Island

Island – Das Land aus Feuer und Eis

Wir sind zurück von unserer 12-tägigen Islandrundreise und was soll ich sagen?! Ich bin einfach nur hin und weg von dieser wirklich traumhaft schönen Landschaft. Das Wetter war zwar nicht ganz so gut, wie ursprünglich vorher angesagt, aber wir hatten die richtige Kleidung mit und konnten fast alles sehen und unternehmen, was wir uns erhofft hatten. Aber der Reihe nach:

Tag 1 – Anreise

Mit dem Zug ging es dank dem 9-EUR-Ticket günstig von Bremen nach Hamburg. Der Check-In verlief noch reibungslos, aber am Security-Check war das Chaos ausgebrochen. Ich frage mich immer noch, wie wir es geschafft haben, pünktlich im Flieger zu sitzen. Da es einige der anderen Passagiere allerdings nicht geschafft haben, sind wir mit etwas Verspätung gestartet.

 

Wir sind das erste Mal mit Icelandair geflogen. Hier gibt es doch tatsächlich, trotz nur etwas über 3 Stunden Flugzeit, Bordunterhaltung und Getränke inklusive. Die Filme sind allerdings auf Englisch und Kopfhörer sollte man mitbringen oder muss sie im Flieger kaufen.

 

Nach der Landung kam unser Koffer auch sofort und wir haben uns auf gemacht, den Leihwagen von Europcar abzuholen. Auch hier lief alles ganz unproblematisch und zügig ab. Es ging dann zunächst ins Hostel (Start Keflavík Airport ). Hier hatten wir ein schön großes Zimmer mit eigenem Bad und Gemeinschaftsküche.

Unser nächster Weg führte uns zu Bonus und Netto. Bei Bonus kann man mit Abstand am günstigsten einkaufen und bei Netto gab es eine gute vegane Auswahl.

 

Da wir früh in den Golden Circle starten wollten, gab es nur noch schnell Fertignudeln und dann ab ins Bett.

Tag 2 – Golden Circle

Im sogenannten Golden Circle befinden sich die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands. Diese wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Nationalpark Þingvellir

Um kurz nach 08.00 Uhr saßen wir im Auto, um vor den Reisebussen im Nationalpark Þingvellir anzukommen. Hat allerdings nicht ganz geklappt. Wann fahren die bitte schon los?!

Aber egal, es verteilte sich wirklich gut.

Geparkt haben wir bei P1. Das Parkticket zieht man an einem Automaten, der sich in dem Häuschen mit den Toiletten befindet. Hierfür benötigt man das Kennzeichen. Die Toiletten waren hier übrigens umsonst und beim Händewaschen einen man einen tollen Ausblick.

 

Þingvellir  ist eine UNESCo Weltkulturerbestätte. Hier wurde im Jahre 90 n.Chr. das demokratische Parlament Islands gegründet. Die Flagge markiert den Gesetzberg, wo die Gesetze früher verkündet werden. 

Þingvellir ist aber auch geologisch von Bedeutung, den durch das Tal verläuft die Grenze zwischen der Eurasischen und der amerikanischen Platte. In der Allmännerschlucht kann man die Bruchstrukturen zwischen den Platten deutlich erkennen. Auch heute noch bewegen sich die Platten pro Jahr 1-2 cm auseinander. 

Auf Holzbohlen kann man wunderbar spazieren gehen und den Nationalpark aus verschiedenen perspektiven genießen. 

Öxarárfoss

Wenige Gehminuten von P2 entfernt befindet sich der Öxarárfoss. Dieser Wasserfall wurde von Menschen geschaffen und wenn man schon mal hier ist, solle man ihm einen Besuch abstatten. Vom Parkplatz P2 sind es auch nur wenige Meter.

Haukadalur  - Strokkur

Nach einer Kaffeepause im Geysir Center (Es gibt veganen Cappuccino) haben wir das Haukadalur , ein Hochtemperaturgebiet  besucht.

Von weitem konnten wir hinter den Touristenmassen schon den Strokkur sehen, den wir auch zuerst besucht haben.

Er ist der aktivste Geysir Islands und bricht alle 4-7 Minuten aus. Wahnsinnig beeindruckend. Vor allem das darauf warten hatte es in sich ;D

Natürlich haben wir auch Geysir besucht, den Namengeber aller anderen Geysire, der leider nicht mehr ausbricht.

Das ganze Gebiet hat mich total fasziniert. Man fühlte sich hier wie in einer anderen Welt. 

Gullfoss

Unser letzter Stopp heute war der Wasserfall Gullfoss und ihr glaubt gar nicht wie happy ich bei seinem Anblick war. Ich hatte so gehofft, dass wir einen Regenbogen sehen und da war er tatsächlich.

Es gibt zwei Aussichtsplattformen eine oben und eine unten. Man sollte auf jeden Fall beide besuchen, unten wird man allerdings etwas nass.

Übersetzt bedeutet Gullfoss übrigens goldener Wasserfall. Er hat zwei Stufen, über die das Wasser mit einer unglaublichen Kraft 32 Meter hinunter läuft. 

Nach diesem aufregenden Tag ging es in unsere nächste Unterkunft dem South Central Apartment.

Diese war wirklich schön, groß und sauber. Eingecheckt haben wir über einen Tür-Pin, den wir zuvor per E-Mail erhalten haben. 

Tag 2 – Wasserfälle & Puffins

Seljalandsfoss

Der 2. Tag begann mit einem absoluten Highlight, dem Seljalandsfoss. Diesen ca. 60 Meter hohen Wasserfall kann man nämlich einmal umrunden. Aber Achtung, man wird ganz schön nass 😉

Er entspringt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Das ist der Vulkan, der 2010 ausbrach und das Chaos auf den Flughäfen anrichtete.


Glyufrabui

Wenige Gehminuten neben dem Seljalandfoss befindet sich der Glyufrabui. Der Weg dorthin schon abenteuerlich, da man über einige Steine ins Innerer klettern muss, ohne nasse Füße zu bekommen, lohnt sich aber wirklich.

Skogafoss

Anschließend ging es mit dem Auto weiter zum Skogafoss.

Dieser wurde schon häufiger als Kulisse benutzt u.a. in den Filmen Thor: The Dark World und Das erstaunliche Leben des Walter Mitty.

 

Mit einer Breite von 25 Meter und einer Höher von 60 Metern ist er schon beeindruckend groß, hat mich leider nicht so umgehauen. Das lag allerdings daran, dass er zur Mittagszeit völlig überlaufen war und der anstrengende Weg, die Treppe hoch auf der rechten Seite nach oben, sich für mich leider nicht gelohnt hat. Trotzdem gehört ein Stopp auf einer Rundreise dazu.

 

Puffins - Dyrhólaey

Auch wenn das Wetter immer schlechter wurde, gab es keine Ausrede nicht zum Dyrhólaey, dem südlichsten Kap Islands zu fahren, schließlich wollten wir Papageitaucher (Puffins) sehen.

Hier gibt es auch einen Leuchtturm zu bestaunen, der 1927 erbaut wurde.

Leider wurden Regen und Sturm immer heftiger, aber wir konnten trotzdem einige Puffins beobachten. Sie sind allerdings sehr weit weg und häufig sieht man sie nur im Flug.

 

Hier kann man auch viele Mantelmöwen sehen. Das ist die größte Vogelart innerhalb der Möwen. Man kann sie sonst noch an den Küsten in Nord- und Nordwesteuropa, in Grönland und im nordöstlichen Nordamerika finden. 

Basaltsäulen – Bucht Vík í Mýrdal

Kurz bevor man in Vik ankommt, kann man rechts runter zu den Basaltsäulen fahren. Auf dem großen Schotterparkplatz kann man kostenlos parken und läuft wenige Meter zum schwarzen Strand hinunter.

Die Basaltsäulen sind ein großartiges Fotomotiv und dadurch entstanden, dass die Lava extrem schnell abgekühlt ist, als sie mit dem Meerwasser in Berührung kam.

 


Nachdem wir uns im Supermarkt in Vik mit den nötigen Lebensmitteln eingedeckt hatten, ging es weiter zu unserer Unterkunft dem Flaga 2 Guesthouse. Dieses lag wunderbar abseits auf einem Bauernhof und hat uns trotz Gemeinschaftsbad sehr gut gefallen. Alles war sauber, die Betten bequem und die Mitbewohner nett. 

Tag 3 – Wasserfälle, Eisberge und Robben

Unser heutiger Tag startete mit einer Wanderung bei 18 Grad in der Sonne. Was haben wir sie verflucht und uns später zurück gewünscht ;D

 

Skaftafell-Nationalpark - Svartifoss

Wir haben auf dem ausgeschilderten Parkplatz im Skaftafell-Nationalpark geparkt. Der Parkplatz ist kostenpflichtig und man muss auch hier das Nummernschild am Automaten eingeben. Dafür sind die Toiletten im Visitor Center kostenlos.

 

Wir sind den direkten Weg zum Svartifoss gewandert, der wunderbar ausgeschildert war. Auf dem Weg dorthin kommt man am Hundafoss vorbei, wo man schon mal verschnaufen kann, da der Weg doch recht steil nach oben geht.

Wenige Minuten später kann man schon einen Blick von oben auf den Svartifoss werfen. Bei der Aussicht ist es gar nicht schlimm, dass Drohnen verboten sind. Der Svartifoss ist mit seinen Basaltsäulen, die den Bau der Hallgrimskirche inspiriert haben soll, wirklich schön und der anstrengende Aufstieg war schnell vergessen.


Hofskirka

Auf dem Weg zur Fjallsárlón haben wir einen kurzen Fotostopp bei der Hofskirka mit ihrem grasbewachsenen Dach eingelegt.

Fjallsárlón

Da wir noch etwas Zeit hatten, ging es zunächst zur Gletscherlagunge Fjallsárlón, dem kleinen Bruder der Jokulsarlon.

Hier konnten wir wunderbar den Gletscher sehen und bestaunen. Hier habe ich zum ersten Mal Eisberge gesehen und war sofort hin und weg. Ich hätte stundenlang aufs Wasser schauen können.

Diamond Beach

Weiter ging es zum Diamond Beach. Wir sind vor der Brücke rechts auf den kostenlosen Parkplatz gefahren und von dort zu Fuß zum Strand runter gelaufen. Von links konnte man schon die aus der Gletscherlagune Jokulsarlon ins Meer treibenden Eisberge sehen und am Strand lagen dann die „Diamanten“.

Sehen sie nicht einmalig schön aus, wie sie im schwarzen Vulkansand liegen?


Jokulsarlon

Mit dem Auto ging es dann auf die gegenüberliegende Seite zur Gletscherlagune Jokulsarlon. Wir haben erstmal einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang gemacht und konnten uns gar nicht satt sehen. Zwischen den Eisbergen spielten zwei Robben und zogen die Blicke der Touristen auf sich. Leider konnte man den Gletscher hinter der Nebelwand nicht sehen.

 

Um 15.30 Uhr startete dann unsere Fahrt mit dem Amphibienfahrzeug. Diese stammen aus dem Bestand des amerikanischen Militärs und wurden nach der Ausmusterung von Isländern erworben.

 

Hier wurden übrigens Filme wie James Bond- Stirb an einem anderen Tag, Tomb Raider und Batman Beginns gedreht. 

Anschließend ging es nass, durchgefroren, aber glücklich weiter nach Höfn, wo unsere Unterkunft lag. Übernachtet haben wir in diesem süßen Holzhaus, dass leider nur über kaltes Wasser und kein Wlan verfügt.

Tag 4 – Ostfjorde

Heute stand die Fahrt durch die beeindruckende Landschaft der Ostfjorde an, die sich allerdings auch ein bisschen zieht. Aber zuerst ging es nach Stokksnes.

Stokksnes

Von der Ringstraße biegt man auf eine gut befahrbare Schotterstraße ab und Fährt bis zum Wikinger Café, in welchem man den Eintritt bezahlt und kann dann durch die Schranke fahren. Wenn das Café nicht geöffnet ist, gibt es draußen einen Automaten.

 

Bei meiner Reiserecherche hab ich mich gefragt, ob wir hier wirklich hin müssen, nur um einen Berg zu fotografieren. Die Antwort lautet ja !

Von hier kann man den Vestrahorn am besten sehen und er ist ein unglaublich schönes Motiv. Vor allem mit den Moss bewachsenen Dünen davor. 

Wenn man vom hinteren Parkplatz zum Meer geht, kann man außerdem viele Vögel und Seehunde beobachten. 

Auf dem Rückweg zum Wikinger Café befindet sich rechts ein weiterer Parkplatz. Von diesem läuft man in wenigen Minuten zur der Kulisse eines Wikingerdorf. Dieses war aber total runter gekommen und m. E. keinen Besuch mehr wert. Angeblich sollen hier Szenen von Vikings gedreht worden sein. 

Seydisfjördur

Gegen 18.00 Uhr sind wir dann in Seydisfjördur angekommen und hatten die Kirche mit der Regenbogenstraße fast für uns allein.

Gufufoss

Auf dem Rückweg nach Egilsstaðir durfte ein kurzer Stopp trotz anhaltendem Sturm und Regen am Gufufoss natürlich nicht fehlen. Der 27 Meter hohe Wasserfall liegt direkt an der Straße 93. Parken kann man kostenlos in der Haltebucht und muss nur wenige Meter zum Wasserfall laufen. 

Danach wollten wir nur noch in die Unterkunft Hjartarstadir Guesthouse. Ich muss euch sagen, dass war die luxuriöseste Unterkunft unserer Reise. 

Tag 5 – Myvtan: Rund um den Mückensee

In Island sagt man, wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 5 Minuten. Dieses Sprichwort beschreibt unseren Tag am Myvtan am besten. Es war total faszinierend, wie schnell es jeweils von Sonne zu Wolken zu Regen wechselte. 

Rjukandafoss

Auf dem Weg zum Myvtan haben wir am Rjukandafoss noch einen ungeplanten Fotostopp eingelegt. Hier kann man kostenlos in einer Parkbucht halten und muss nur ein kleines Stück hoch laufen.

Viti

Unser erster Stopp war der Vulkansee Viti. Vom oberen Parkplatz sind es nur wenige Meter zu Fuß, bis man den blau leuchtenden See im Krater erblickt. Ein schöner Stopp und auch die Aussicht von dort oben auf das Kraftwerk ist beeindruckend.


Im Visitor Center kann man noch eine kleine Ausstellung besuchen und es gibt kostenlose Toiletten. 

Hverir

Gegenüber vom Viti befindet sich das Geothermalgebiet Hverir. Das Parken ist jetzt kostenpflichtig und muss über einen QR-Code mit dem Handy bezahlt werden.

 

Über Stege und abgesteckte Wege kann man hindurch spazieren, aber Achtung, es stinkt nach faulen Eiern 😉 Die Wege sollte man nicht verlassen, da es unter einem bis zu 100 Grad heiß ist.

 

Wenn man hier durch läuft, fühlt man sich wie auf einem anderen Planeten. Überall brodelt, blubbert oder raucht es. 


Grjótagjá

Ein kurzer Fotostopp zum Aufwärmen bei der Grjotagia durfte natürlich auch nicht fehlen. Schließlich wurde hier die Game of Thrones Szene zwischen John Schnee und Ygritte gedreht. Früher durfte man hier noch baden, heute ist es verboten, da das Wasser schnell mal über 40 Grad erreichen soll. 

Hverfjall

Weiter ging es zum Hverfjall, einem Krater der durch eine Explosion als Grundwasser auf Magma getroffen ist, entstanden ist. Kaum vorstellbar, oder?

Der Aufstieg war steil, aber gut zu bewältigen. Von oben hat man einen grandiosen Blick in den Krater und auf die Umliegende Landschaft. Auch den See Myvtan konnte man von hier oben gut sehen.

 

Wenn man Zeit und Lust hat, kann man den Krater einmal umrunden. Wir haben Wetterbedingt darauf verzichtet.


Lavafeld Dimmuborgir

Der Name Dimmuborgir bedeutet übersetzt Dunkle Stadt und dieser Name passt perfekt oder was meinst du?

 

Nach isländischer Folklore ist das Lavafeld die Heimat des Trolls Gryla, ihres dritten Mannes sowie ihrer Söhne. Im Dezember kommen die Söhne, die Yule Lads, um den Kindern, je nachdem, ob sie sich gut benommen haben oder böse waren und bringen Geschenke oder halt verfaulte Kartoffeln.

 

Es gibt mehrere Wanderweg, die man ablaufen kann. Besonders gut hat uns der hellblaue  Weg gefallen, da man hier etwas klettern konnte und ganz nah an die Gesteinsformationen ran kam. Außerdem war hier kaum jemand unterwegs.

 

Die Kirche muss man natürlich auch besucht haben und ein Bild im großen Loch darf meiner Meinung nach auch nicht fehlen.

Eintritt und Parkplatz waren kostenlos. 

Skútustaðagígar-Pseudokrater

Überall haben wir gelesen, dass man diesen Ort auf Grund der vielen Mücken nicht genießen kann. Naja, was soll ich sagen, wir hatten keine Mücken, konnten ihn aber trotzdem nicht genießen, weil es so stürmisch war, dass man von einer Seite auf die andere geweht wurde.

 

Bei diesen Kratern handelt es sich auch nicht um Vulkankrater. Sie sind dadurch entstanden, dass das Magma des Krafla-Vulkans auf Wasser traf, was eine Dampfexplosion auslöste wodurch diese Krater dann entstanden. Und so schön grün sind sie tatsächlich wegen der vielen Mücken. Wenn diese Sterben, düngen sie dem Boden. 

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