Kreta Oktober 2020
Kreta ist die größte der griechischen Inseln und die fünftgrößte im Mittelmeer. Sie hat eine vielfältige Landschaft. Sie reicht von dem Küstenstreifen über flache Ebenen und Hochebenen bis zu mehreren Gebirgsregionen. So hat Kreta neben Bergen auch einige Schluchten zu bieten. Außerdem hat Kreta mehr als 3500 Höhlen, häufig Tropfsteinhöhlen, zu bieten.
Tag 1
Was soll ich sagen? Wie alles dieses Jahr verlief auch diese Reise nicht wie geplant 😅
Eigentlich sollten wir am 15.10.2020 im Flieger nach Kreta sitzen, stattdessen saßen wir auf dem Sofa und hofften, dass wir am 16.10.2020 fliegen können. Grund dafür war nicht Corona, sondern der Streik der Fluglotsen in Griechenland.
Freitag Morgen um 03.45 Uhr ging es dann tatsächlich mit dem Taxi zum Flughafen Bremen. Dort startete unsere 6.00 Uhr Maschine mit etwas Verspätung, kam aber pünktlich um 10.25 Uhr in Heraklion an. Es wurden die QR-Codes, die man vorher online beantragen musste, aller ankommenden Passagier geprüft und wir konnten zum Glück ohne Corona Test einreisen. Unsere Koffer kamen zügig und so ging es schnell weiter zum Schalter, um den Leihwagen in Empfang zu nehmen. Diesen hatten wir von zu Hause über SunnyCars gebucht und schon komplett bezahlt. Die Abwicklung am Schalter ging dadruch super schnell und unkompliziert.
Nach ca. 30 Minuten waren wir auch schon im Hotel - Sea Side Resort & Spa. Leider war unser Zimmer noch nicht fertig, aber wir durften das All in schon nutzen und sind erstmal los, die Anlage erkunden und das Mittagessen testen 😋
Um 14.30 Uhr durften wir unser Zimmer beziehen und das Warten hat sich gelohnt. Wir hatten sogar 2 Badezimmer ;)
Den Rest des Tages haben wir dann im Hotel verbracht.
Tag 2 Kourtaliotiko Schlucht + Preveli Beach
Nach einem schnellen Frühstück ging es um kurz nach 8.00 Uhr mit dem Auto zunächst zur Kourtaliotiko Schlucht.
Kourtaliotiko Schlucht
Sie ist ein Gebigseinschnitt im Süden von Kreta, hat eine Länge von 3 km und wird durch den Fluss Kourtaliotis gekreuzt, der bis zum Preveli Beach fließt, zu dem wir anschließend gefahren sind.
Von Heraklion kommend befindet sich der Eingang auf der linken Seite. Es gibt dahinter eine Parkbucht, wo auch ein Imbisswagen steht.
Man geht durch den Torbogen und die Stufen hinunter, bis sich der Weg teilt. Wir sind links abgebogen und zunächst zur Kapelle von St. Nicolas gegangen. Diese war offen, so dass man auch einen Blick rein werfen konnte. Dann sind wir weiter runter zur Brücke gegangen und haben den Wasserfall bewundert. Den rechten Weg haben wir aus Zeitgründen ausgelassen, hier soll man den Wasserfall aber wunderbar von unten sehen und auch rein schwimmen können.
Anschließend ging es zum Dionyssos Beach. Dort kann man kostenlos parken. Außerdem gibt es einen Kiosk und zwei Restaurants. Hinter dem Kiosk befinden sich auch Toiletten. Der Weg zum Previli Beach ist ausgeschildert gewesen und wir sind diesem gefolgt :)
Preveli Beach
Am Preveli Beach endet der Fluss Megalopotamos aus der Kourtaliotikos-Schlucht und fließt von Palmen gesäumt ins Meer. Ein traumhafter Anblick oder was meint Ihr?
Im Fluss kann man im eiskalten Süßwasser baden oder im warmen Meer plantschen. Außerdem gibt es hier eine Taverne. Liegen und Sonnenschirme gibt es jedoch nicht, da das Gebiet unter Naturschutz steht.
Außerdem kann man hier durch den Palm Forrest laufen und verschiedene Palmenarten bestaunen.
Tag 3 Spinalonga und Agios Nikolaos
Heute ging es nach dem Frühstück nach Plaka, einem kleinen Fischerdorf, dass inzwischen auch Hotels und Tavernen zu bieten hat. Von dort ging es mit dem Boot zur Insel Spinalonga.
Die Überfahrt kostet 10 Euro pro Person und der Eintritt auf die Insel 8 Euro (Stand 2020).
Auf dem Boot ist Maskenpflicht, auf der Insel darf man ohne rumlaufen.
Die Boote fahren alle 30 Minuten und man darf das zurück nehmen, das man möchte.
Spinalonga
Spinalonga war einst eine im 15. Jahrhundert von den Venezianern erbaute Festung.
Später beschloss der Kretische Staat eine Zwangsunterbringung aller Leprakranken auf Spinalonga, da Lepra zu dieser Zeit eine hochansteckende, gefährliche und unheilbare Krankheit war, von der niemand geheilt werden konnte.
1904 kamen dann die ersten Lebrakranken auf die Insel. Sie lebten hier zunächst unter schlechten Bedingungen und bewohnten die alten Häuser. Ab 1939 wurden neue Gebäude errichtet.
Ab 1948 führten neue Medikamente dazu, dass immer mehr Patienten geheilt werden konnten, die dann die Insel verlassen konnten.
Auf der Insel gibt es Toiletten und eine Snackbar, die sehr teuer sein soll. Wir haben uns daher in Plaka mit Getränken eingedeckt.
Danach ging es zum Olivenöl Museum. Für das Museum selbst war leider keine Zeit, aber im Shop konnte man ganz tolle Andenken kaufen.
Und weiter nach Agios Nikolaos. Hier hatten wir Glück, dass wir am Hafen einen kostenlosen Parkplatz ergattern konnten. Vor der Stadtbesichtigung waren wir aber erstmal Mittagessen im Evanna Restaurant mit Blick auf den Voulismeni-See.
Agios Nikolaos
Was vor 2700 Jahren als kleiner Hafen „Kamara“ der Siedlung Lato begann, hat als Agios Nikolaos zur Entwicklung Kretas zur Urlaubsinsel wesentlich beigetragen, da die Region für den Fremdenverkehr zu den ersten erschlossenen gehört. Heute ist sie Hauptstadt der Präfektur Lassithi.
Agios Nikolaos ist eine Kleinstadt, verteilt auf mehrere Hügel und liegt in der Mirabello Bucht. Sie steht unter dem Schutz des heiligen Nikolaus und ist mit dem Mietwagen gut erreichbar.
Agios Nikolaos ist außerdem als Verwaltungszentrum für den Osten Kretas von Bedeutung.
Der Süßwassersee Voulismeni ist durch einen Kanal mit dem Meer verbunden und liegt mitten in der Stadt.
Tag 4 Kournas-See und Rethymno
Heute Morgen ging es relativ früh (wir waren um 10.00 Uhr dort) zuerst zum Kournas-See.
Kournas-See
Der Kournas-See ist der einzige natürliche Süßwassersee auf Kreta. Er liegt umgeben von Bergen und Oliven Hainen neben dem Dorf Kournas. Er ist ca. 1.080 m lang und bis zu 880 m breit. Seine Wassertiefe beträgt 22 m.
Hier haben wir uns für eine Stunde ein Tretboot gemietet und sind auf dem See rumgefahren. Die Kosten dafür lagen bei 7,00 EUR.
Wir hatten Glück und konnten neben Kormoranen auch die Malaclemys Schildkröten sehen.
Anschließend ging es nach Rethymno. Auch hier hatten wir wieder Glück, und konnten am Fortezza einen kostenlosen Parkplatz ergattern. Von dort war es dann nicht weit und weil wir hinterher eh das Fortezza besuchen wollten, passte das :)
Rethymno
Rethymno liegt an der Nordküste von Kreta und ist die drittgrößte Stadt der Insel.
In Rethymno sieht man vor allem am Hafen und in der Altstadt deutlich den venezianischen Einfluss. Aber auch den osmanischen Einfluss kann man an Moscheen und Minaretten erkennen. Der 9m hohe Leuchtturm ist ist der zweitgrößte verbleibende ägyptische Leuchtturm auf Kreta.
Am alten Hafen gibt es viele Restaurants in denen man bei einem tollen Ausblick speisen kann. Uns hat es allerdings in die Altstadt verschlagen, wo wir bei Red Paprika Mittag gegessen haben. Hier wurde mir ganz liebevoll ein vegetarischer Teller zubereitet und zum Abschluss gab es noch eine Kugel Eis aufs Haus.
Fortezza
Die venezianische Festung befindet sich an der Spitze der Halbinsel. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den Venezianer errichtet.
In dem weitläufigen Areal, kann man Bauwerke und Ruinen der vergangenen Zeiten besichtigen. Hierzu zählen u.a. die Sultan-Ibrahim-Moschee und die Reste der San Nicolo Kathedrale.
Außerdem hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt.
Tag 5
Nachdem in der Nacht das angeblich schlimmste Unwetter aller Zeiten war, unser Hotel aber weitesgehend verschont geblieben ist, ging es für uns nach dem Frühstück bei strömenden Regen zum Kloster Arkadi. Da es einige Erdrutsche gegeben hatte, dauerte die Anfahrt etwas länger, hat sich aber gelohnt.
Kloster Arkadi
Das Arkadi Kloster wurde wohl im 12. Jahrhundert von dem byzantinischen Kaiser Arkadios gegründet und war das einzige kretische Kloster, dass das Recht hatte, seine Glocken klingeln zu lassen, nachdem Kreta durch das Osmanische Reich erobert worden war. Das Kloster ist mit einer massiven Mauer umgeben, um es vor Feinden zu schützen.
Außerdem ist das Kloster das heiligste Symbol des Kampfes der Kreter für die Freiheit geworden. In der Nacht vom 07.11.1866 griff ein osmanisches Herr das Kloster, in dem sich 964 Menschen aufhielten, an. Die Belagerten haben nach zwei Tagen aussichtslosem Widerstand entschieden, dem Gegner nicht in die Hände fallen zu wollen und so zogen sich die noch Lebenden, einschließlich Frauen und Kinder, in das Pulvermagazin zurück und sprengten sich in die Luft.
1937 wurde zum Gedenken an die Ereignisse in der Ostmauer des Klosters eine Steinplatte mit der Inschrift angebracht: „Diese Flamme, die in dieser Krypta entfacht wurde und das ruhmreiche Kreta von einem Ende zum anderen erleuchtete, war eine Flamme Gottes, in der die Kreter für die Freiheit verbrannte“
Melidoni Cave
Der Eintritt lag bei p.P. EUR 4,00. Wegen Corona mussten Handschuhe und Mundschutz getragen werden. Die Handschuhe wurden kostenlos gestellt. Parken konnte man kostenlos. Außerdem gibt es eine Taverne und ein WC.
Vom Eingang steigt man ca. 80 Stufen hinunter in die Höhe und kann dort einem Rundweg folgen. Wegen Corona war nur die Haupthöhle geöffnet, was aber ausreichte. Dieser Raum ist über 60 m lang und über 20 m hoch.
Die Höhle steht neben dem Kloster Arkadi im Zusammenhang mit dem Wiederstand gegen das Osmanische Reich. 1824 sollen in der Höhle durch ein Feuer, dass die Türken gelegt hatte, 340 Einwohner und 30 Widerstandskämpfer erstickt sein. Die sterblichen Überreste sind in dem Altar in der Höhle aufbewahrt
Tag 6
Heute Nacht ging das Unwetter weiter und wir hatten sogar Stromausfall im Hotel. Duschen im Dunkeln ist schon ein Erlebnis ;) Zum Glück war der Strom Nachmittags wieder da.
Nach einem schnellen Frühstück ging es zunächst nach Matala.
Matala
Matala ist ein vor über 100 Jahren gegründetes Fischerdorf an der Südküste, das sich den entspannten Lifestyle der 60er und 70er erhalten hat.
Es gibt einen Mythos der besagt, dass Matala der Ort war, an dem Zeus in Stiergestaltet mit der von ihm entführten Königstochter Europa an Land ging. Hier verwandelte er sich in einen Adler und brachte Europa weiter nach Gortyn.
Matala war zunächst der Hafen von Phaistos und während der Römerzeit wurde er zu einem Hafen von Gortys.
Matala Caves
In das weiche und poröse Gestein wurden in der Jungsteinzeit Wohnhöhlen gegraben. Diese wurden in der Zeit der römischen Besetzung als Grabstätten genutzt und in den 1960er Jahren wieder als Wohnhöhlen, dieses Mal von Hippies aus aller Welt. So sollen Joni Mitchell, Bob Dylan und Janis Joplin dort gelebt haben.
Der Eintritt liegt pro Person bei 4,00 EUR, für Kinder gibt es eine Ermäßigung.
Die Besichtigung der Caves war eines unserer Highlights auf Kreta. Das rumkrabbeln hat Spaß gemacht und man hatte eine wahnsinnig schöne Aussicht auf die Bucht.
Palast von Phaistos
Anschließend ging es weiter zum Palast von Phaistos.
Hier konnte man kostenlos parken. Leider konnte man wegen Corona nur einen Teil der Anlage besichtigen, darauf wurde man aber, bevor man den Eintrittpreis von EUR 8,00 p.P. bezahlt hat, hingewiesen.
Der Palast von Phaistos wurde von den Minoer, die als erste Hochkultur in Europa in der Bronzezeit gelten, etwa 1900 v. Chr. gebaut. Er ist neben Knossos der wichtigste Palast der Minoer auf Kreta gewesen.
Tag 7
Heute Morgen war es kalt aber trocken. Wir haben schnell gefrühstückt und weil das Licht so schön war, noch einen Rundgang durchs Hotel gemacht. Danach sind wir los zum Flughafen.
Die letzten 2 Tage hatte der Flughafen wegen des Unwetters geschlossen und heute sollte der erste Tag sein, wo wieder Flüge stattfanden.





























































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